Wenn die Temperaturen sinken und trockene Kälte die Luft dominiert, reagieren viele Menschen empfindlich – besonders über die Atmung. Kalte, trockene Luft reizt die Atemwege, kann Schleimhäute austrocknen und das Atmen anstrengender machen. Besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD spüren eine Verschlechterung ihrer Symptome. Laut Asthma + Lung UK berichten rund 70 Prozent der Betroffenen, dass sich ihre Beschwerden bei Kälte deutlich verschlechtern.
Doch auch Gesunde sind nicht immun gegen die Belastung kalter Luft. Studien zeigen, dass selbst sportlich aktive Menschen bei eisigen Temperaturen eine vorübergehende Einschränkung der Lungenfunktion erleiden können. So belegt eine Untersuchung von Stenfors et al. (2022), dass das Einatmen von kalter Luft unter –10 °C bei körperlicher Belastung zu einer Reduktion der Atemleistung führen kann. In einer weiteren finnischen Studie von Hyrkäs-Palmu et al. (2018) zeigte sich, dass kaltes Wetter die Atembeschwerden von Erwachsenen mit Asthma oder allergischer Rhinitis verstärkt
Wie Atemtherapie im Winter helfen kann
Hier kommt die Atemtherapie ins Spiel. Speziell im Winter kann sie helfen, die Atemwege zu stabilisieren, die Lunge zu stärken und Atemnot vorzubeugen. Im Zentrum steht die Schulung bewusster Nasenatmung – denn durch die Nase eingeatmete Luft wird besser angewärmt und befeuchtet, bevor sie in die Bronchien gelangt.
Ergänzend wirken gezielte Atemübungen wie die Zwerchfellatmung oder die Lippenbremse. Diese fördern eine entspannte, tiefe Atmung und stärken gleichzeitig die Atemmuskulatur. Besonders hilfreich kann auch das Tragen einer Atemmaske mit Wärme- und Feuchtigkeitsrückführung sein – etwa beim Spazierengehen oder Sport im Freien. Die oben erwähnte Studie von Stenfors konnte zeigen, dass solche Masken den negativen Einfluss der Kälte auf die Lunge deutlich reduzieren.
Wann professionelle Atemtherapie sinnvoll ist
Wer zu Atemnot, Reizhusten oder Brustenge bei kaltem Wetter neigt, sollte sich nicht scheuen, professionelle Unterstützung durch Atemtherapie in Anspruch zu nehmen. Therapeut*innen zeigen individuelle Übungen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und helfen, die Atmung zu stabilisieren – unabhängig vom Wetter.
Atemtherapie im Winter ist eine wertvolle Unterstützung, um die Lungenfunktion zu erhalten, Beschwerden zu lindern und die Atemwege fit für die kalte Jahreszeit zu machen. Regelmäßiges Üben, bewusste Atmung und der richtige Schutz vor kalter Luft helfen dir, auch im Winter kraftvoll durchzuatmen.